Archiv: September 2009

Essen.
Da gab es zum Beispiel Schnitzel in Paprika-Sahne-Sauce oder auch Köttbullar in Champignon-Sauce, natürlich immer mit viel (auch fast zu viel) Scharfem… Dazu wurden dann für jeden noch 4-5 Nudeln gekocht und fertig. Geniales futter.
Ich habe ja seit der Prüfung gar nichts mehr geschrieben, also:
Natürlich wurde auch ein bisschen gefeiert, muss ja auch mal sein, schließlich war der Druck schon relativ hoch, es war die erste mündliche Prüfung in der Uni. Bis jetzt konnte man sich immer durch die Klausuren mogeln, doch Auge in Auge vor einer Prüfungskommission zu stehen, ist dann doch etwas anderes. Den Dienstag bin ich noch in Mannheim geblieben, gestern dann (also Mittwoch) zog es mich nach Iserlohn. Ein kleines Kaff nähe Dortmund, wo der Marvin haust. Hier werde ich wahrscheinlich eine knappe Woche verweilen. Wir haben uns vorgenommen, ein bisschen Dokumentation zu betreiben, mal sehen, was daraus wird.
Gestern waren wir noch bei einem Mogolen essen, dort gab es ein riesiges Buffet, bei dem man sich Rohkost zusammenstellen konnte, die dann immer wieder frisch zubereitet zum Tisch gebracht wurde. Einfach genial! Es war superlecker und ich habe alles, was nicht aus dem Meer kommt, probiert. Dazu gehörte zum Beispiel: Rind, Schwein, Huhn, Lamm, Strauß und Känguru. Natürlich wurde auch immer ein bisschen Gemüse für das Gewissen dazu gemischt. Letztendlich konnten wir danach kaum noch laufen, weil wir so vollgefuttert waren. Für die nächsten Tage stehen noch ein paar Ideen auf dem Tisch, welche wir umsetzen werden, steht noch in den Sternen. Am wichtigsten jedoch ist, dass wir diese Woche ziemlich entspannt angehen und so gut wie möglich genießen werden.
Ach, ich habe die Bahnfahrt gar nicht erwähnt… es ist gar nicht so einfach, in diese kleine Stadt zu kommen, musste dafür zwei IC’s und eine Regionalbahn beanspruchen. Im IC saß ein etwas älterer Herr mit seiner Frau neben mir, der mich fasziniert über meinen Mac ausfragte. Ich ging etwas befangen in die Argumentation, doch nachdem er mich darüber aufklärte, dass er mit verschiedenen Linuxsystemen zur Zeit arbeitet und ihm das nicht mehr gefällt, entstand eine sehr angenehme Unterhaltung über die Vor- und Nachteile von Mac. Als wir dann noch zu seinem Hobby, der Fotografie (!) kamen, war die Fahrt eher zu kurz und die Zeit verflog. Bisher eine der genialsten Fahrten, die ich hatte. Als sich dann in der Regionalbahn noch eine jugendliche Truppe einfand und über den Zustand der Weltwirtschaft inklusive Ballerspiele (ja, den Zusammenhang muss man erstmal schaffen) debbatierte, wurde ich sogar noch belustigend unterhalten. Dass die Fahrt letztendlich über vier Stunden dauerte, habe ich kaum mitbekommen.

Prost sag ich dann mal. Weiß nicht, wann ich das letzte Mal Bier ab 10.30 Uhr getrunken habe…

Wünscht mir Glück… um 09:30 Uhr bin ich dran. Fahre gleich los……
Seit Freitag bin ich jetzt schon wieder in Mannheim, um mich auf das Kolloquium, das morgen (oh Gott) ansteht, vorzubereiten. Ich bin richtig froh, dass ich schon Freitag gefahren bin, denn gestern habe ich erstmal drei Stunden mein Zimmer von oben bis unten geputzt. Nach drei Monaten sammelt sich da einiges an Staub, der beseitigt werden muss. Dazu ist ein Baugerüst vor meinem Fenster bzw. vor der ganzen Hausmauer plus Bauarbeiter, die darauf rumlaufen und schreien… das kann was werden.
Heute werde ich jedenfalls meinen Vortrag nochmal intensiv durchgehen und mich auf mögliche Fragen dazu vorzubereiten. Dies wird zwar wahrscheinlich eh nichts bringen, da man sich eigentlich immer auf die falschen Fragen vorbereitet (Murphy unso). Ich denke, ich mache das auch größtenteils, um die Aufregung im Griff zu halten.
Morgen um 9:30 Uhr gehts los. Also früh aufstehen. Ich finde gut, dass ich so früh an der Reihe bin, so habe ich es auch schnell hinter mich gebracht. Ich bin fast mehr gespannt als aufgeregt… eieiei
Einfach nochmal ein paar Atomkraftwerke bauen. Dann ist der Strom günstiger, Arbeitsplätze geschaffen und alle sind glücklich. Manchmal kann ich mich nur noch aufregen.
Es ist grausam. Dies wird meine erste richtige Wahl (bei der letzten war ich noch nicht 18) und jetzt wird mir persönlich richtig bewusst, dass man nirgends ein Kreuz setzen und gleichzeitig ein gutes Gefühl haben kann. Man wählt keine Partei, die man unterstützt, sondern die, bei der sich die meisten Meinungen decken. Dies heißt dann aber noch lange nicht, dass man hinter der Philosphie der Partei stehen oder diese auch nur annähernd nachvollziehen kann.
Man ist gezwungen, das geringste Übel anzukreuzen. Erkundigt man sich mehr, findet man überall dunkle Geheimnisse, die Magenschmerzen verursachen, wenn man sich entscheiden will, diese Partei zu wählen.
Dann darf man sich doch gar nicht über die Politikverdrossenheit wundern. Leider ist das der unwirksamste Protest, den man anzetteln kann.


